Mal ins kalte Wasser springen

Einfach mal ins kalte Wasser springen, um einfach wieder zu fühlen, das man lebt. Der warme Körper springt ins alte kalte Wasser, zuckt und plötzlich ist man wieder hell wach. Ich verspreche euch, es ist besser als jeder Kaffee oder Energie-Drink.

Macht etwas was ihr Euch sonst nicht traut, entspringt mal dem Alltag und schwimmt gegen den Strom der Eintönigkeit. Ich sage es Euch, es wird euch guttun. Genau das habe ich auch in meiner Zukunft vor, ich stelle mich neuen Herausforderungen und mache etwas, was nur Wenige machen. Ich fange mein Studium in Amerika an. Ich beginne ein neues Leben in einem fremden Land. Bin unglaublich aufgeregt, aber bin auch misstrauisch, was diese Entscheidung mit sich bringt. Ich lasse meine Familie, mein Freund und meine Freunde zurück, wobei Freunde nicht ganz, ich habe die Freddy an meiner Seite, die mit mir das aufregende Abenteuer beginnt. Freddy ist eine Sprinterin, die ich durch den Coach aus Amerika kennengelernt habe. Sie kommt witziger Weise auch aus Deutschland und wir verstehen uns jetzt schon sehr gut und ich bin froh, dass Sie mein room mate in Amerika wird.

Wie bin ich überhaupt an einem Sportstipendium drangekommen?

Ich habe mich bei einer  Organisation beworben und durch meine Leistungen im letzten Jahr eine sehr gute Chanceneinschätzung für ein Vollstipendium bekommen. Diese Chanceneinschätzung gibt es bei jeder Organisation, aber nur, weil mein gute Chancen auf ein Vollstipendium hat, heißt das noch lange nicht, das man auch eins zugesprochen bekommt, dies musste ich leider auch lernen. Also ich versuche euch mal kurz zu erklären, wie so eine Vermittlung vonstattengeht. Zur aller erst musste ich ziemlich viel Bilder und Videos von meinen Wettkämpfen und Training zusammensuchen und denen das schicken, die haben dann daraus ein Bewerbungsvideo geschnitten und das dann auf einer Seite hochgeladen. Jeder der gerne vermittelt werden möchte, hat eine Art Facebook Seite, wo halt das Bewerbungsvideo drauf ist und noch Information über einen, also z.B. die Leistungsentwicklung in den letzten Jahren. Dann muss man erstmal langeeeee warten bis man ein Angebot bekommt, ich weiß nicht ob es bei allen solange dauert, aber bei meiner Organisation hat es echt gedauert, bis die ersten Coaches geschrieben haben. Ich habe auch zwischen durch gezweifelt, ob sich überhaupt jemand für mich interessiert. Dann habe ich mit meiner Organisation geredet und die meinten, dass die Coaches dieses Jahr leider nicht so viele Speerwerferinnen brauchen, wie es in den letzten Jahren der Fall war, das war erstmal ein Dämpfer, weil ich so gerne in die USA wollte.

Aber irgendwann ist es dann soweit, man bekommt Anfragen. Ich war so erleichtert, obwohl ich sagen muss, dass mir zwar dann ein paar Uni’s geschrieben haben, aber kaum oder wenn nur erst spät auf meine E-Mails geantwortet wurde. Irgendwann hat mir Jacob Carter geschrieben von dem Linsey Wilson College, das war der erste Coach mit dem ich mich richtig gut verstanden habe und ich mich wohl gefühlt habe, der Hacken was dieses College hatte, dass sie nicht so ein großes Angebot bzw. nicht den Studiengang den ich gerne studieren wollte, hatten. Sie haben mir ein Vollstipendium angeboten und hätten mir auch neue Speere gekauft, wenn ich mich für Sie entschieden hätte. Ich habe mit meiner Organisation, also mit Sebastian geredet, wie ich das machen soll und er hatte mir gesagt, ich könnte dort erstmal anfangen und wenn es mir gar nicht gefällt wechseln und auf ein anderes College gehen. Diese Idee war zwar nicht fair, besonders dem Coach gegenüber, aber was will man machen, wenn sonst die Angebote gar nicht passen…

Ich war total traurig, weil ich das eigentlich überhaupt nicht machen wollte und zum Glück muss ich das auch nicht. Nach ein paar Tagen kam ein Angebot der SLU, der Trainer war super, ein reichhaltiges Angebot an Studiengängen. Perfekt. Jetzt werde ich nach Louisiana gehen und wohne auf dem Campus mit den anderen Studenten. In Amerika wohnt man das erste Jahr als „Freshman“ auf dem Campus in „Dorms“. Ich freue mich schon so sehr auf eine aufregende Zeit, in der ich hoffentlich viel lernen kann, mein Englisch verbessern kann und super Trainingsmöglichkeiten habe. In Louisiana scheint die meiste Zeit die Sonne, was man von Deutschland nicht so sagen kann. Neue Klimazone. Neue Sprache. Neue Leute. Der Sprung ins kalte Wasser. Ich traue mich und du?

Fühlt euch gedrückt,

Charlotte Maxime

 

 

 

 

 

Posted by charlottemaxime

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