Speerwerfen?!

Ja, richtig gehört ich bin Speerwerferin und das schon knapp seit 3-4 Jahren. Leistungsmäßig erst seit etwa zwei Jahren. Ich liebe den Sport einfach, hört sich jetzt für die meisten vielleicht komisch an, aber es macht echt Spaß.

Ich bin froh, dass ich vom Handball in die Leichtathletik gewechselt bin, denn so bin ich für mich selber verantwortlich und muss nicht hoffen, dass der Rest des Teams sich genauso anstrengt, so wie ich es tue. In der Leichtathletik oder eher gesagt in der Einzelsportart bist du ganz alleine für deinen Erfolg verantwortlich. Klar, gehört auch ein guter Background dazu, wie Trainer, Physio oder Familie, aber am Start stehst du ganz alleine und musst das Beste aus dir selber rausholen.

Bei jedem Training wird man vor neuen Herausforderungen gestellt, die man mit viel Disziplin und Leidenschaft bewältigt. Wenn man nachher dafür Früchte ernten kann ist es um so schöner. Aber leider passiert das nicht immer, Leistungssport ist eine Grad Wanderung. Entweder du bringst deine Leistungen und bist in Top Form oder du bist verletzt. Man muss irgendwie versuchen auf dieser Gradwanderung seinen eigenen für sich richtigen Weg zu finden und muss auch lernen mal auf die Nase fallen zu können, aber das muss jeder sicherlich mal.

Mir wird oft gesagt „Ja, Speerwerfen ist total einseitig und man wirft beim Training nur ein paar Stöcker durch die Gegend“, da kann ich meistens nur lächeln. Ich finde die Vorstellung eigentlich echt charmant, aber es spiegelt nicht mal annähernd die Realität wieder. Speerwerfen ist sehr dynamisch, deshalb sollte man nicht als zu langsam sein. Ich bin auch nicht die Schnellste muss man dazu sagen, aber der Antritt muss einfach stimmen und Schnelligkeit und Kraft muss am Ende gut kompensiert werden. Es ist wichtig, dass diese beiden Elemente im Einklang sind. Du kannst nicht mega schnell sein und dann nicht die nötige Kraft mit bringen um nachher auf den Stopp zukommen.

Es gibt Trainingseinheiten, bei der ich meine Spikes in die Ecke werfen würde, weil nichts klappt. Das ist halt so, wenn du dir einmal einen dummen Fehler angeeignet hast, ist es schwer diesen wieder raus zu bekommen. Es dauert manchmal mehrere hunderte Würfe bis man es schafft den Fehler auszubessern, deshalb kann das Training auch mal einseitig wirken. Bei mir ist oft das Problem, dass im letzten Moment mein Handgelenk flöhten geht. Ich knicke es ab und der Speer wird in einem zu großen Winkel abgeworfen. Mir fällt es sehr schwer an diesem Fehler zu arbeiten, weil ich schon relativ lange damit rumlaufe. Aber dennoch gebe ich nicht auf und arbeite jedes Training an meinen schwach Stellen und ich habe einen guten Trainer, der mich gut reflektieren kann und auf mich eingeht.

Mein normaler Trainingsplan in der Woche sieht ungefähr so aus:

Montag: Technik-Training & Kraft

Dienstag: Sprünge & Läufe

Mittwoch: Werfen & Kraft

Donnerstag: Volleyball & Allgemeine Athletik

Freitag: Kraft

Samstag: Werfen evtl. Kraft

Sonntag: Waldläufe & Kraft

Ich bin zufrieden, wie es momentan läuft, mir gefällt das Training sehr gut. Für manche wäre es vielleicht zuviel jeden Tag auf dem Platz zu stehen, aber mich macht das echt glücklich und es macht mir unheimlich Spaß, vor allem weil sich echte Freundschaften entwickelt haben. Man ist mehr als nur Trainingspartner, es fühlt sich an eine zweite Familie zu haben. Ich kann jedem nur empfehlen, geht dort hin wo es auch am meisten Spaß macht, Leute die Euch fordern und weiter bringen, sind genau die Leute an die Ihr Euch halten solltet. Geht Euren Weg, egal was andere sagen & Ihr werdet auf Dauer immer glücklich sein.

Bis bald,

Eure Charlotte Maxime

Posted by charlottemaxime

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