Wie hart trainierst du, wenn niemand hinsieht?

Diese Frage habe ich mal in einem Buch gelesen. Ich finde sie sehr interessant, weil wir vieles im Leben für jemand anderes tun und nicht für uns.

Also stellen wir uns vor du bist ganz allein, ziehst du dein Training bis zum Schluss durch oder brichst du vorher ab?

Ziehst du jede Wiederholung bis zum Schluss durch und kannst du über deine Schmerzgrenze hinausgehen?

Auch wenn es niemanden interessiert, ziehst du bis zum Ziel durch oder brichst du vorher ab?

Es kommt oft genug im Leben vor, dass wir schwierige Phasen haben, in denen wir nicht weiterwissen und uns auch nicht zu helfen ist. Für jeden ist es etwas Anderes, für manche vielleicht die Schulzeit oder für andere eine Verletzung oder für wieder Andere ein Beziehungsaus. Wir sollten lernen das unser Glück, nicht von anderen abhängig ist. Das jeder für sein eigenes Glück, ganz selber verantwortlich ist. Bei einer echt scheiß Phase, solltest du einmal alles raus lassen, schreien, weinen, aber dann solltest du dich wieder einkriegen und weitermachen. Das Leben ist zu kurz um lange traurig zu sein. Mache was mit Menschen, die dich weiterbringen und nicht Leute, die dich runterziehen. Wenn dir etwas nicht passt, dann sag es, ob in einer Beziehung oder beim Sport.

„Coaches have to watch for what they don’t want to see and listen to what they don’t want to hear:“ – John Madden, American FL

Als ich 15 war, habe ich mein Heimatverein gewechselt und bin für einen neuen Verein gestartet. Das erste Jahr war super, ich wurde gefordert, habe neue Dinge gelernt und ich hatte das Gefühl, angekommen zu sein. Die Trainingsgruppe war gut, zu ein paar habe ich jetzt noch Kontakt. Zwischendurch hat mich meine damalige Trainerin zu einem anderen Trainer geschickt, bei dem ich Krafttraining machen sollte. Der neue Trainer war richtig cool und ich verstand mich immer besser mit ihm, die Trainingsphilosophie passte perfekt zu mir und ich lernte was richtiges Krafttraining bedeutete. Das ganze Problem war daran nur, dass ich immer mehr das normale Training meiner damaligen Trainerin hinterfragte, weil es für mich nicht logisch klingt und mir vieles an Struktur fehlte. Ein großes Problem war auch noch, dass ich mit einem echten Kugel-Talent trainiert habe und ich einfach meistens irgendwie mitgezogen wurde. Es wurde nicht auf mich geachtet. Ich habe meistens alleine Technik trainiert, was einfach nicht gut klappte, weil man die Fehler meistens nicht selber sieht. Auf jeden Fall wurde ich immer unzufriedener, klar ist es wichtig das man Talente fördert, aber man sollte den Rest der Gruppe nicht einfach irgendwie mitziehen. Vor allem hatte ich nie das Gefühl, dass meine alte Trainerin mein Potenzial gesehen hat oder wenn das ignoriert hat, weil für sie gab es nur das Talent. Ich ging viel lieber zum anderen Training, bei dem ich gefordert und mein Talent erkannt wurde.

 

Als ich dann bei einem Training so fertiggemacht worden bin, von Ihr und ihrem Co-Trainer, wusste ich, dass ich nie wiederkommen würde. Man muss sich vorstellen, dass ich mit ca. 17 alleine vor Ihr stand und die beiden zu zweit und ich durfte mir anhören, was für ein schlechter Mensch ich sei, nur weil ich mal das Training kritisiert habe. Ich war völlig aufgelöst, ich bin zur meiner alten Trainingsgruppe gegangen, habe gesagt, dass ich nie wiederkommen werde und das tat ich auch nicht.
Ich sage nicht das mein Verhalten immer richtig war, aber mit zwei Leuten die ca. 55 und 30 sind, hätte ich eine andere Reaktion erwartet, als jemanden so fertig zu machen. Ich bin sehr enttäuscht, dass es damals so gelaufen ist, weil die anfangs Zeit echt schön war. Aber manchmal muss man auch Sachen hinterfragen dürfen und nicht immer alles so wortlos entgegennehmen.
Nach der Aktion bin ich dann in meinem jetzigen Verein gewechselt. Ich bereue die Entscheidung nicht, ich liebe die Leute dort und mein Trainer ist super. Das Training ist fordernd und man darf auch mal was kritisieren, wenn einem was nicht gefällt oder kann selber entscheiden, was man grade braucht. Ca. ein Jahr nach der Aktion habe ich meine damalige Bestleistung um fast 5m verbessern können, weil das Training endlich zu mir passte und mein Potenzial erkannt wurde. Manchmal sind Veränderung schmerzhaft und in dem Moment war es auch nicht einfach für mich, aber auf längerer Sicht war es die beste Entscheidung.
Durch die Aktion von meiner alten Trainerin bin ich gestärkt hervorgegangen und habe mich nicht runterziehen lassen.

 

Wenn du unzufrieden bist, dann sag es, wenn jemand damit nicht umgehen kann, dann nimm es so an und lös dich von der Person, die Dich runterzieht und mache Dein Ding und Du wirst auf längerer Zeit glücklicher sein. Du bist für dich verantwortlich und Du kannst alles schaffen. Wir setzten uns unsere Grenzen, niemand anderes, wenn jemand sagt „Du schaffst das nicht“, dann erst recht und überzeuge Ihm vom Gegenteil. Setze deine Ziele so, dass du immer etwas hast, an dem du arbeiten kannst, gibt Dich nicht mit einem halb erreichten Ziel zufrieden, sondern gib solange Gas, bist du das geschafft hast, was Du dir vorgenommen hast.

Manchmal braucht man Rückschläge und das gehört halt zum Leben, weil nicht alles super laufen kann, aber man muss auch lernen mit Rückschlägen umzugehen und sich niemals unter kriegen zu lassen.
So, ich hoffe Dir hat dieser sehr persönliche Blogeintrag gefallen und wenn Du Fragen oder Anregungen hast, dann kannst Du mir gerne eine Mail schicken. (wissing.charlotte.maxime@gmail.com).

Ganz viel Liebe,
Eure Charlotte Maxime

Posted by charlottemaxime

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